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Basis Landesverband Potsdam

Kundgebung: Bildung in der Krise!

Am 23.06.2, dem letzten Schultag vor den Sommerferien, laden wir zusammen mit den Jusos und der Grünen Jugend Brandenburg m 14:00 zu einer Kundgebung vor dem Brandenburger Landtag ein. Nach eineinhalb Jahren Pandemie ist klar: die Bildung ist in der Krise! Wie immer gilt: Maske tragen, Abstand halten, wenn möglich vorher testen.

Die ungleichen Start- und Erfolgschancen im deutschen Bildungssystem sind spätestens seit den PISA-Studien kein Geheimnis mehr. Die außergewöhnlichen Herausforderungen der Corona-Pandemie decken dabei weiterhin bestehende Missstände auf und verschärfen diese weiter.

Die Ausstattung der Schüler:innen mit digitalen Endgeräten schreitet langsam voran, doch vielen Schulen mangelt es weiterhin an einer ausreichenden digitalen Infrastruktur. Während an einigen Schulen der Hybridunterricht zuverlässig umgesetzt werden kann, mangelt es an anderen Schulen weiterhin an Whiteboards, Beamern und WLAN. Um daraus resultierende ungleiche Bildungschancen zu reduzieren, muss die Ausstattung der Schulen verbessert und die Anbindung an schnelles Internet ermöglicht werden.

Unter den Schulen mit mangelnder digitaler Infrastruktur sind die Oberschulen stark vertreten. 

 Diese Benachteiligung von Oberschüler:innen wurde durch die Coronapandemie offenbart, stellt jedoch nur einen Teil der Probleme dar.

Die Aufteilung der Schüler:innen auf Gymnasien, Oberschulen oder auch Hauptschulen bestimmt die Bildungs- und letztlich die Berufschancen bereits ab der 6. oder 4. Klasse. Das Schulsystem ist dabei nur in der Theorie durchlässig. Daher fordern wir kurzfristig die Förderung der Durchlässigkeit des Schulssystems von unten nach oben (von der Oberschule zum Gymnasium) und langfristig den Ausbau der Gesamtschule als Schule für alle.

Unterrichtsausfall und Distanzunterricht in der Coronapandemie stellen Lehrkräfte und Schüler:innen vor besondere Herausforderungen. Unter diesen Bedingungen konnten nur selten die gleichen Inhalte vermittelt werden wie in Jahrgängen vor der Pandemie. Die Reduktion der Pflichtnotenzahl pro Schüler:in und die Möglichkeit der Reduktion des Zeitumfangs von Klassenarbeiten und Klausuren sind ein wichtiger Schritt, um unter diesen Bedingungen den Druck auf die Schüler:innen nicht unnötig zu verstärken. Der Druck auf die Schüler:innen wird bei der Rückkehr zum status quo jedoch voraussichtlich wieder steigen. Wir fordern daher, dass die Ergebnisse der kommenden Erhebungen der Lernausgangslagen dafür genutzt werden, die Inhalte der kommenden Prüfungen zu reduzieren und so den besonderen Herausforderungen dieser Generation gerecht zu werden. Eine zusätzlicheverpflichtende Beschulung in den Schulferien lehnen wir ab.

Schule sollte nicht nur für den fachlichen Bildungszuwachs verantwortlich sein, sondern gleichzeitig deren psychische und soziale Gesundheit im Blick haben. Soziale Kontakte konnten im Distanzunterricht nur digital unterhalten werden und kooperative Lernformen waren nur begrenzt möglich. Wir fordern dementsprechend, dass in diesen Sommerferien Betreuungsmöglichkeiten für so viele Kinder und Jugendliche wie möglich geschaffen werden. Wir begrüßen die Vorschläge, dabei auch freie Bildungseinrichtungen und Jugendherbergen einzubeziehen, um soziale und kulturelle Angebote auch für Kinder und Jugendliche aus finanziell schwachen Familien zu schaffen.

Schülerinnen und Schüler waren in diesen anderthalb Jahren mit besonderen Schwierigkeiten konfrontiert. Distanz- und Wechselunterricht können den Präsenzunterricht nicht gleichwertig ersetzen. Dennoch war die Beschulung im Wechselunterricht seit Ende April ein wichtiger Schritt hin zu mehr Normalität. Davon sind Stundent:innen aktuell noch weit entfernt. Sie befinden sich seit März letzten Jahres im Lockdown. Für sie gab es bis auf wenige Ausnahmen keinen Wechselunterricht geschweige denn Präsenzunterricht. Die Stundent:innen dürfen nicht länger vernachlässigt werden. Während die Lage der Schüler:innen zumindest medial präsent war, wurden die Student:innen bis jetzt vergessen. Wir fordern daher die Erarbeitung von Maßnahmen, damit die Student:innen ab dem Wintersemester 2021/2022 wieder an den Universitäten studieren können. Kurzfristig sollte dabei die Erhöhung der Präsenzplätze von Bibliotheken im Fokus stehen, um zumindest das individuelle Lernen der Studen:innen nicht zusätzlich zu erschweren.

Auch finanziell wurden Student:innen in der Coronapandemie stärker belastet als andere Bevölkerungsschichten. Ihre Jobs wurden als erstes aufgrund der pandemiebedingten Schließungen der Betriebe gekündigt. Für viele fiel damit die einzige finanzielle Einnahmequelle weg. Obwohl viele Student:innen aus unterschiedlichen Gründen keine finanzielle Unterstützung von ihren Eltern erhalten, gelten sie nicht als bafög-berechtigt. Um die finanzielle Situation der Student:innen auch nach der Coronapandemie zu stärken, fordern wir eine Öffnung der Bafögansprüche für alle Student:innen unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Eltern.

Bullet Points:

  • Verbesserung der digitalen Ausstattung und der Internetanbindung der Schulen.
  • Erleichterung des Wechsels von Oberschulen an Gymnasien
  • Ausbau der Gesamtschule als Schule für alle
  • Anpassung zukünftiger Prüfungsinhalte
  • Betreungsangebote in den Sommerferien mit sozialen und kulturellen Angeboten
  • Ausarbeitung von Konzepten für einen sicheren Präsenzbetrieb an den Universitäten ab Wintersemester 21/22
  • Erhöhung der Präsenzplätze in den Bibliotheken bereits im Sommer
  • Öffnung des Bafögs für alle
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Basis Potsdam Redebeitrag

8. März 2021: Körperliche Selbstbestimmung jetzt!

Redebeitrag der Ortsgruppe Potsdam zum internationalen Frauen*kampftag.

Wir sind froh darüber, dass wir die Möglichkeit haben zu studieren, zu arbeiten und zu lieben, wen wir wollen. Für uns sind das alles Selbstverständlichkeiten, die durch jahrzehntelange feministische Kämpfe ermöglicht wurden und immer noch gibt es so vieles, was selbstverständlich sein sollte, es aber nicht ist. Damit wollen wir uns nicht abfinden!


Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass Schwangerschaftsabbrüche und alles, was mit ihnen zu tun hat, in diesem Land tabuisiert und kriminalisiert wird. Warum sind Abbrüche generell verboten? Warum ist es so kompliziert an Informationen zu Schwangerschaftsabbrüchen zu kommen? Im Land Brandenburg, gibt es nur 11 Praxen, die öffentlich angeben, Abbrüche durchzuführen. In 10 Landkreisen gibt es hingegen gar keine Ärzt*innen, bei denen ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen werden kann. Warum? Immer weniger Ärzt*innen bekennen sich öffentlich dazu, dass sie Abbrüche durchführen, weil sie ihre Praxen vor Anfeindungen und Übergriffen schützen wollen. Auch wenn die Situation in Potsdam vermeintlich besser ist als andernorts in Brandenburg, wollen wir als linksjugend [’solid] Potsdam uns nicht damit abfinden. Der Wohnort darf nicht entscheidend für die medizinische Versorgung sein.  Wir fordern: Mein Körper, meine Entscheidung! 


Wir wollen uns auch nicht damit abfinden, nachts auf dem Heimweg Angst zu haben und bestimmte Wege lieber zu meiden. Wir sollten jungen Mädchen nicht beibringen müssen, sie sollen sich verdeckt anziehen und nachts nicht alleine nach Hause gehen dürfen. Stattdessen müssen Männer lernen, die Grenzen von Frauen zu achten – hinterherpfeifen und blöde Kommentare auf der Straße braucht kein Mensch!  Die Anschuldigung, dass Frauen Schuld wären, wenn sie vergewaltigt werden, ist so ziemlich das frauenfeindlichste, was es gibt. Durch diese Umkehr von Täter und Opfer schämen sich immer noch viele Frauen, Fälle  zur Anzeige zu bringen und die Dunkelziffer wird hoch bleiben. Auch hier muss sich etwas an der medizinischen Infrastruktur ändern: Wieso gibt es nur 4 Krankenhäuser im Land Brandenburg, wo eine vertrauliche Spurensicherung nach einem sexuellen Übergriff möglich ist? Wieso gibt es so viele Orte, an denen Frauen* niemanden haben, den sie nach einem Übergriff zur Rate ziehen können? 


Diese zwei Beispiele sind uns allen nicht unbekannt. Die Corona-Pandemie erschwert den Zugang zu Beratung und Hilfe zusätzlich. Diese Missstände können nicht allein durch die Parlamente und die Gesetzgebung beseitigt werden. Sie sind durch den tief in unserer Gesellschaft verankerten Sexismus bedingt und sie werden sich nicht dadurch ändern, dass wir den Regeln dieser patriarchalen Gesellschaft folgen. Das Recht auf komplette körperliche Selbstbestimmung, das Recht auf körperliche Unversehrheit – das sind Rechte für die wir und unsere Vorgänger*innen seit Jahrzehnten kämpfen, während man uns belächelt und beschimpft. Aber wir alle wissen: Diese Dinge müssen wir uns einfach nehmen, die wird uns niemand geben. Wir müssen uns ständig weiterbilden und nie zufrieden sein. Wir müssen das, hierarchische und sexistische System auf den Kopf stellen, zerstören und neu aufbauen – und zwar gemeinsam! Wir müssen solidarisch füreinander einstehen und unsere Kämpfe gemeinsam führen. Nur dadurch können wir endlich die Gleichheit und Freiheit erreichen, die uns schon so lange zusteht.  

Bis zur Gesellschaft ohne Sexismus und patriarchale Gewalt ist es ein weiter Weg. Wir fordern: 

   – nur Ja heißt Ja:  rape culture zerschlagen!

  – Aufklärung und Solidarität gegen Belästigung und Catcalling!

– Informationen zu Abtreibungen müssen in verschiedenen Sprachen niedrigschwellig und legal zur Verfügung stehen!

– kostenloser und legaler Zugang zu Verhütungsmitteln sowie Abbrüchen für alle Menschen!

– Ausbau der vertraulichen Spurensicherung in ganz Brandenburg!

– Ausbau von Beratung zu häuslicher Gewalt sowie von Frauenhausplätzen!


Solange wir solidarisch für einander einstehen, können wir alles erreichen, weil wir so viel mehr, als nur ein Sternchen im Text sind. 

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Basis Landesverband Potsdam

Aufruf: Feministischer Aktionstag

Feministischer Aktionstag auf dem Bassinplatz am 7. März in Potsdam

Die Corona-Pandemie trifft FLINTA Personen (Frauen, Lesben, inter, nicht binäre, trans, agender Personen) auf besondere Weise: Wir erleben eine Rolle rückwärts in der geschlechtlichen Arbeitsteilung, zuhause wie in der Erwerbsarbeit. Die schlecht bezahlten Sorge- und Dienstleistungsberufe werden mehrheitlich von FLINTA Personen erledigt, oft bei gleichzeitiger Last von Kinderbetreuung und Homeschooling. Die Zunahme an Gewalt in Partnerinnenschaften zeigt einmal mehr, dass patriarchale Gewalt Alltag ist. Die sowieso schon prekäre Situation von FLINTA Personen in Gemeinschaftsunterkünften für Menschen mit Fluchterfahrung spitzt sich unter fehlenden Möglichkeiten des Abstandhaltens und sich wiederholenden Quarantänephasen zu. Kurzum – die Perspektiven und Lebensumstände von FLINTA Personen spielen kaum eine Rolle bei der ohnehin schon unsolidarischen Bewältigung der Corona-Krise. Das aktuelle ‚Krisenmanagement‘ im Sinne des wirtschaftlichen Profites zeigt, dass ein gutes Leben für alle Menschen im Kapitalismus und im Patriarchat, also einer Gesellschaft, die von Männern dominiert wird, nicht zu machen ist.

Wir sind ein buntes Bündnis von Feminist*innen aus Potsdam. Es geht um feministische Solidarität über Grenzen hinweg, durch die Pandemie und darüber hinaus! Wir wollen ein Leben ohne Gewalt und in körperlicher Selbstbestimmung! Wir wollen eine gerechte und solidarische Aufteilung von Arbeit! Wir wollen Leben ohne einengende Geschlechterrollen! Wir möchten lieben, wen wir wollen und sein, wer wir sind!

Auf zum feministischen Aktionstag am 07.03.2021 (Sonntag)! Lasst uns den Raum nehmen, der uns zusteht und, kommt auf den Bassinplatz. Lasst uns laut für feministische Ziele streiten, gemeinsam empören und empowern. Die Kundgebung ist eine Plattform für feministische Stimmen aus Potsdam und darüber hinaus: Wir werden sie in Redebeiträgen, DJ*-Sets, Lesungen und Gesang hören und feiern!

Die Veranstaltung findet in Lautsprache auf Deutsch und Englisch statt. Liebe Eltern und Kinder, ihr seid herzlichst willkommen! Es wird einen familienfreundlichen Bereich mit Kinderprogramm geben.

Hygienemaßnahmen:
Bitte kommt mit einer medizinischen Maske zur Demo und haltet 1,5 bis 2 Meter Abstand!

Zeitplan:

13:00: Willkommensrede
13:30: Mackermassaker
14:45: DJ* Lil Witch
15:15: Lesung
16:00: DJ* fullmoon
17:00: FaulenzA
18:30: Ende DJ* Fennypenny

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Basis Potsdam

Rede: Deutschland war, ist und wird nie ein Grund zum Feiern sein!

Rede der Linksjugend [’solid] Potsdam auf der Kundgebung des Bündnisses rekapitulation – gegen die Einheitsfeierlichkeiten am 03.10.2020 in Potsdam. Es gilt das gesprochene Wort.

Wir sind Nura und Hanna von der Linksjugend [’solid] Potsdam und wir sind super genervt davon, dass die Innenstadt seit nunmehr einem Monat mit Deutschlandflaggen und Lokalpatriotismus zugekleistert ist. Heute wollen wir die Gelegenheit nutzen, diesem Ärgernis auf den Grund zu gehen.

Wir haben ja fast noch Glück – Eine Biermeile ist uns erspart geblieben, dafür schmückt sich die Stadt Potsdam  mit einer ‚Einheits-Expo‘: Deutschlandflaggen, überwiegend peinliche Videoclips und Überwachungskameras wohin mensch auch schaut. Das Motto scheint zu sein: 30 Jahre Wiedervereinigung  – und jetzt ist alles gut! Wenn wir, also die Deutschen, nur gut zusammenhalten und uns darauf besinnen, wie toll die letzten 30 Jahre als wiedervereintes Land waren, dann ist auch sowas wie die Corona-Krise ganz einfach zu bewältigen. Und das ganz ohne bessere Löhne für systemrelevante Jobs oder ernsthafte Veränderungen im Krankenhaussystem.Wir finden, dass Deutschland nie ein Grund zu feiern ist! 30 Jahre Wiedervereinigung bedeuten 30 Jahre Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und ungleiche Lebensverhältnisse Es gibt unzählige Gründe, die Einheitstaumelei zu kritisieren. Hier die 2 wichtigsten:

1. Deutschland bedeutet Ausgrenzung

Nationen sind nichts Naturgegebenes. Sie sollen eine große Gruppe von Menschen beschreiben, denen anhand von Merkmalen wie  Geschichte, Sprache oder Tradition eine Zusammengehörigkeit zugschrieben wird. Tatsächlich stecken dahinter Mythenbildung und handfeste blutige Konflikte um Staatsgebiete. Um diese kriegerisch gezogenen Grenzen ideologisch erklären und rechtfertigen zu können, wurde das Nationalbewusstsein erfunden – kurz, Deutschsein und Nicht-Deutschsein sind willkürliche Erfindungen. Die Nationen existieren in den Köpfen in Form von Vorstellungen und Vorurteilen. Diese Ideen haben  konkrete Auswirkungen: Nationen sind die Grundlage der modernen Staatenbildung, rassistischen Staatsbürgerschaftsgesetzen oder die Idee einer nationalen Schicksalsgemeinschaft.
Nationalismus erzeugt so großen Druck auf alle, die in einem Nationalstaat leben, sich den Vorstellungen der Mehrheitsgesellschaft anzupassen und zu beweisen, dass sie den nationalen Interessen dienen.  Individuelle Freiheiten werden durch Nationalismus eingeschränkt: nicht alle Leute dürfen wählen oder sich frei bewegen; wer nicht dazugehört, muss rassistische und antisemitische Diskriminierung, Abschiebung, Arbeitsverbot und Massenunterkünfte ertragen. Der Grund dafür ist die banal und fußt auf der antiliberalen Vorstellung, dass Menschen dahin gehören, wo sie geboren wurden. Vermeintlich Eingeborene haben folglich mehr Rechte als Zugereiste. So bleibt rassistische Gewalt in Deutschland Kontinuität – die deutsche Nation wird, angeheizt durch Rechtsruck und gesamteuropäische Abschottung, für viele Menschen zur tödlichen Realität!

2. Deutschland gibt’s nicht ohne Nazis

Manche Besucher_innen der Expo mögen vielleicht sagen, dass sie Nationalismus auch nicht gut finden, vielleicht sagen sie auch, dass sie nur Patriot_innen sind. Patriotismus und Nationalismus verschwimmen aber, und gehen meist Hand in Hand. Der positive Bezug zum eigenen Land geht automatisch mit Abwertung anderer einher. Niemand kann etwas für die eigene Herkunft und die Vorgeschichte des Geburtsortes: Stolz und Begeisterung sind also ziemlich absurd, und die Abgrenzung zu Leuten, die 2km weiter leben, ist super willkürlich.  Das Bedürfnis nach einem gemäßigten Patriotismus oder nach einem unbelasteten „Deutsch“-sein ist tückisch. Denn egal welche guten Absichten dabei geäußert werden: Es gibt keinen „guten“ oder „geläuterten“ deutschen Nationalismus. Wer sich positiv auf die Nation Deutschland beziehen will, muss zwangsläufig die Dimension und Kontinutitäten des Nationalsozialismus kleinreden. Auch die Einheits-Expo, ob gewollt oder nicht, strickt an einer positiven Erzählung deutscher Identität und Geschichte mit.Deutschland wird als liberale und tolerante Gesellschaft vorgestellt, die Wiedervereinigung und die nachfolgenden Jahre als eine Erfolgsgeschichte präsentiert. Währenddessen verschicken unter dem Label NSU 2.0 ganz aktuell Polizist_innen Morddrohungen, Deutschland schottet sich ab, während Moria brennt und die Vorstellung, wer Deutsch und Nicht-Deutsch ist, lebt im Alltagsrassismus weiter.
Die  Einheit, die der Nationalismus herstellt, ist zudem praktisch für die herrschende Klasse und den Kapitalismus: das Deutschsein und der Stolz auf die eigene Geschichte verdeckt alle anderen Konflikte: soziale Ungerechtigkeit, Diskriminierung und wirtschaftliche Ausbeutung. Mit dem Appell an das Nationalgefühl kann man Leute für alles mögliche mobilisieren, sei es die Ausgrenzung von Geflüchteten oder die Bewältigung der Corona-Krise auf dem  Rücken von prekär Beschäftigten. Der Glaube an ein diffuses Größeres, für das man sogar in den Krieg zieht, kann bequem das selbstständige Denken und die harte und komplizierte Arbeit für eine solidarische Gesellschaft ersetzen.

Kurz und knapp: Deutschland war, ist und wird nie ein Grund zum Feiern sein!   Daher sollten wir schleunigst dafür sorgen, dass die Verhältnisse, die diese Konstrukte am Leben halten, besser heute als morgen überwunden sind! Denn: Wenn Deutschlands und Europas Mauern endlich fallen, wollen wir dabei sein!Vielen Dank!

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rotbloq meets: Norbert Müller und Isabelle Vandre

Diese Woche in rotbloqmeets: Isabelle Vandre unterhält sich mit dem Bundestagsabgeordnete Norbert Müller (DIE LINKE). Wir reden über die Politik in Zeiten von Corona, was in den letzten 6 Monaten so alles passiert ist und über aktuelle gesellschaftliche Probleme. Natürlich schauen wir auch in die Zukunft und auf die anstehende Bundestagswahl 2021. Wir sehen und hören uns wieder nach der Sommerpause im August!

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rotbloq meets: Rainer, Mieterbund Brandenburg

Heute in rotbloq meets: Wohnen in der Krise. Wir haben mit Rainer Radloff, dem Vorsitzenden des Deutscher Mieterbund Brandenburg über die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt in Brandenburg diskutiert. Wie können wir den sozialen Wohnungsbau und die Rechte von Mieter*innen stärken? Was hat Bodenpolitik mit dem Wohnungsmarkt zu tun? Und wie wirkt sich Corona aus? Das und viel mehr gibt es ab heute Abend zu sehen. Danke an Rainer Radloff für das Gespräch!

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rotbloq meets: Johanna, Kita-Elternbeirat

Heute haben wir Johanna vom KiTa Elternbeirat Potsdam zu Gast! Selbstverständlich haben wir über Kinder in der Coronakrise geredet. Aber auch über die Arbeit des KiTa Elternbeirates, was das überhaupt ist und was im KiTa-Bereich alles geändert und verbessert werden sollte. Danke an Johanna für das aufschlussreiche Gespräch.

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rotbloq meets: Eike, Potsdamer Lebensqualität

In der 7. Folge von rotbloqmeets haben wir Eike von der Initiative „Potsdamer Lebensqualität“ zu Gast. Mit ihm sprechen wir über steigende Mieten in der Potsdamer Innenstadt, die Herausforderungen für den Einzelhandel & die Gastronomie in Lockdown-Zeiten und wie Vernetzung dazu beitragen kann die Krise und die Probleme gemeinsam zu überwinden. Unter www.potsdamer-lebensqualitaet.de findet ihr alle Mitmachenden und könnt sicherlich noch den einen oder anderen spannenden Laden für euch entdecken. Vielen Dank an Eike von BIERLESE für das Gespräch!

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rotbloq meets: Philipp, VVN-BdA

Zum 8. Mai kommt die aktuelle Folge von rotbloq meets mit einem Gespräch über digitales und dezentrales Gedenken an den 75. Jahrestag der Befreiung. Außderm reden wir über die Zukunft von Gedenkarbeit und die notwendigen Strukturen für antifaschistische Arbeit. Vielen Dank an Philipp von der VVN-BdA im Land Brandenburg für das Gespräch!

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rotbloq meets: Astrid, DGB-Jugend

Pünktlich zum 1. Mai kommt die neue Folge mit einem Gespräch über Arbeitnehmer*innenrechte in Krisenzeiten und Fragen der Organisierung von Auszubildenen. Wie gewerkschaftliche Arbeit und ein 1. Mai ohne Massenveranstaltungen auf den Straßen funktionieren kann oder was noch alles von der DGB-Jugend geplant ist, erfahrt ihr im Video. Außerdem unterhalten sich Astrid und Isabelle über die Notwendigkeit antifaschistischer Arbeit und Kulturangebote, gerade heute. Vielen Dank an Astrid von der DGB-Jugend Berlin Brandenburg für das Gespräch!

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